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Dienstag, 24 Oktober 2017

Der Kampf geht weiter: Prävention im Fokus des siebten Anti-Doping-Tags der DTU

Seit Jahrzehnten mit viel Herzblut im Anti-Doping-Kampf unterwegs: Professor. Dr. Werner Franke (Foto: DTU)

Für die siebte Auflage des Anti-Doping-Tags hatte sich die Deutsche Triathlon Union (DTU) am Sonntag (22. Oktober) den Schwerpunkt Prävention auf die Agenda gesetzt. 125 Trainer aus verschiedenen Sportarten sowie Interessierte - und damit so viele wie noch nie - kamen nach Frankfurt am Main, um die Vorträge und Talkrunden zu verfolgen und mitzudiskutieren.

Prävention im Fokus

Nach der Eröffnung durch Volker Oelze, DTU-Anti-Doping-Koordinator und Ideengeber der Veranstaltung, beleuchtete dieser in einer ersten Gesprächsrunde, moderiert von Ralf Meutgens, den Status Quo in Sachen Doping-Aufklärung. Gemeinsam mit Dominic Müser von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), der Doping-Wissenschaftlerin Dr. Cornelia Blank (Hall in Tirol) und dem Darmstädter Sport- und Erziehungswissenschaftler Dirk Kilian ging es immer wieder auch darum, wie Kinder und Jugendliche bestmöglich an das Thema Dopingprävention herangeführt und aufgeklärt werden können.

Prof. Simon kritisiert, DTU-Präsident Engelhardt gibt Richtung vor

Gleichsam ernüchternd wie aufrüttelnd war der mit Spannung erwartete Auftritt des Mainzer Sportwissenschaftlers Prof. Dr. Perikles Simon, der sich seit vielen Jahren mit dem Thema Doping im Spitzen- und Breitensport beschäftigt. Auch in Frankfurt kritisierte der 44-Jährige insbesondere das Kontrollsystem und die dafür verantwortlichen nationalen wie internationalen Gremien. Denen warf er erneut vor, wissenschaftliche und ethische Kritik am System zu ignorieren bzw. wichtige Daten und Informationen gezielt zurückzuhalten. Doch Simon malte nicht alles schwarz. Das NADA-Informationsportal "Gemeinsam gegen Doping" lobte als sehr gutes und umfangreiches Angebot - insbesondere für Kinder und Jugendliche. "War mein Vortrag doch etwas zu negativ?", fragte er abschließend ins Publikum und sorgte damit für große Erheiterung. DTU-Präsident Prof. Dr. Martin Engelhardt erklärte später, dass es nicht der richtige Weg sei, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken. Man müsse die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

Prof. Treutlein: "Wir müssen weiter bellen"

Das Thema "Doping in der BRD" diskutierten anschließend der renommierte Prof. Dr. Gerhard Treutlein, der frühere Deutsche Meister im Diskuswerfen, Klaus-Peter Hennig sowie der Apotheker Dr. Simon Krivec, der im Frühjahr 2017 mit seiner Dissertation zur Anwendung von anabolen-androgenen Steroiden unter westdeutschen Leichtathleten zwischen 1960 und 1988 eine bundesweite Debatte ausgelöst hatte. In seiner Befragung hatte neben vielen anderen auch Hennig zugegeben, unerlaubte Mittel eingenommen zu haben. Die Motive, zu Dopingpräparaten zu greifen, seien damals ähnlich gewesen wie heute, erklärte Hennig. Die vom DOSB initiierte Leistungssportreform, die auf eine Steigerung der Medaillenausbeute Deutschlands um 30 Prozent abzielt, sei deshalb der falsche Weg. "Auch wenn die (Doping)-Karawane weiterzieht, wir müssen weiter bellen", stellte Prof. Gerhard Treutlein schließlich fest und schloss sich damit Verbandspräsident Engelhardt an. 

Eine eindrucksvolle Sammlung historischer Video- und Schriftdokumente über das Doping in der früheren DDR, aber auch in der BRD, präsentierte und kommentierte zum Abschluss des Tages der vielleicht bekannteste deutsche Kämpfer gegen Doping, Prof. Dr. Werner Franke.

Der 8. Anti-Doping-Tag der Deutschen Triathlon Union findet am 21. Oktober 2018 statt.

24.10.2017 09:09 von Jan Sägert - Fotos : DTU

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