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Donnerstag, 16 Dezember 2021

David Spiekermann – neue Nachwuchshoffnung von TV01 Bohmte

David Spiekermann – neue Nachwuchshoffnung von TV01 Bohmte

In Niedersachsen macht ein junger Nachwuchs-Triathlet auf sich aufmerksam: David Spiekermann sammelte im Juli erfolgreich Punkte in Darmstadt bei der DTU-Jugend­meisterschaft, wurde bei der Deutschen Meisterschaft in Jena in seiner Altersklasse Fünfter und errang im September beim Bergsee-Triathlon am Ratscher gar den Sieg in der Jugend B. Er startet für den TV01 Bohmte. Bohmte? Das liegt zwischen den Landkreisen Vechta, Diep­holz und der Stadt Osnabrück in der Nähe des Dümmer, was kein Komparativ ist sondern ein niedersächsischer See wie das Steinhuder oder das Bad Zwischenahner Meer. Sportlich bekannter ist der TV01 Bohmte für seine Handballmannschaft. Aber das wird sich vermutlich bald ändern. Denn hier wächst gerade ein Nachwuchstalent im Triathlon heran. Mit dem gerade einmal 16jährigen David Spiekermann sprach TVN-Vizepräsident Dr. Lutz Tantow:

Glückwunsch, David, zur bisherigen Karriere. Wie bist du zum Triathlon-Sport gekommen?

Ich bin bereits seit meinem Grundschulalter in einem lokalen Schwimmverein gewesen. Das war allerdings keineswegs leistungsorientiert, und mit 14 Jahren hatte mich einfach nicht mehr gereizt Schon in den letzten Jahren meiner Schwimmzeit habe ich mit Mountainbiken angefangen, um neben dem Schwimmen einen zweiten Sport auszuüben. Der wahrscheinlich größte Faktor, der mich zum Triathlon-Sport gebracht hat, war jedoch mein älterer Bruder. Peter war und ist immer noch Triathlet und hat mich damals überzeugt und ermutigt, an einem Wettbewerb teilzunehmen. Das Radfahren und Schwimmen, also zwei der drei Disziplinen, sollten für mich kein Problem sein und das Laufen müsse ich noch etwas üben. Als erstes Ziel hatte ich mir einen Cross-Triathlon gesteckt, um das Radfahren auf dem MTB machen zu können. Zwar saß ich schon als kleines Kind ab und zu auf einem Rennrad, hatte daran aber nie wirklich Spaß gefunden. Als Vorbereitung auf den Triathlon habe ich mich kurzfristig noch für zwei andere Wettkämpfe davor angemeldet, um so etwas Erfahrung sammeln zu können. Durch die drei Wettkämpfe, die ich überraschenderweise für mich alle äußerst erfolgreich absolvierte, hatte ich Blut geleckt und wollte mehr. So wurde ich immer mehr zum Triathleten.

Welche ist deine Lieblings- oder Ausgangsdisziplin?

Wie bereits erwähnt bin ich seit 10 Jahren im Schwimmverein und komme daher theoretisch vom Schwimmen. Wenn man sich allerdings die Schwimmleistungen vom Beginn meiner Triathlon-Karriere betrachtet, zeigen sich die schlechten Trainingsbedingungen in meinem damaligen Schwimmverein. Durch das Mountainbiken war aber auch das Radfahren für mich nichts Neues. Den Spaß am Rennradfahren bekam ich jedoch erst nach einer gewissen Zeit, eigentlich so richtig erst vor zwei Jahren. In einem Familienurlaub in den Pyrenäen wollte ich eigentlich als einziger mit dem Mountainbike fahren, was meine Eltern nicht so gut fanden. So bin ich dann ein bisschen gegen meine Vorstellungen aufs Rennrad gestiegen und mit meinem Vater und Bruder die tollen Pässe dort mitgefahren…Mittlerweile ist das Radfahren sogar meine Lieblingsdisziplin, die auch im Training am meisten Spaß macht.

Was war bislang dein größtes Triathlon-Erlebnis? Welches dein größter Erfolg?

Mein größtes Triathlon-Erlebnis war definitiv mein aller erster Triathlon-Wettkampf. Das war ein Wettkampf der Schülerserie und für mich mit 14 Jahren der erste richtige Triathlon. Zuvor hatte ich bereits einen Duathlon gemacht. Natürlich ging ich ohne große Erwartungen in das Rennen, da ich vor allem beim Freiwasserschwimmen keinerlei Erfahrungen hatte. Auf dem Rad konnte ich mich dann nach ganz vorne fahren und sogar einen guten Vorsprung aufbauen. Am Ende habe ich meinen ersten Triathlon direkt gewonnen und war super überwältigt. Der größte Erfolg war allerdings eindeutig die deutsche Meisterschaft in Jena dieses Jahr. Nach meinem 6. Platz beim DC in Darmstadt wusste ich, dass ich im vorderen Teil landen könnte. Doch mit dem 5. Platz nach einer für mich sehr starken Laufleistung hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. An dem Tag hat alles geklappt und es war für mich bisher mein größter Erfolg.

Was ist für dich das Besondere am TV01 Bohmte? Wie sind die Trainingsbedingungen für dich?

Der TV01 Bohmte ist ein sehr kleiner Triathlon-Verein, bietet mir aber in meiner sehr ländlichen Umgebung immerhin den Kontakt zu anderen erwachsenen Triathleten, sodass ich grundsätzlich nicht ganz allein bin. Bei meinen Trainingseinheiten bin ich dennoch meistens allein. Vorteilhaft sind die Schwimmzeiten, die ich durch den Verein bekomme, da das Schwimmbad hier sehr klein und daher oftmals überfüllt ist.

Wie sehen deine Zukunftsperspektiven aus: Schule, Ausbildung, Studium?

Aktuell gehe ich aufs Gymnasium und bin in der 11. Klasse. Dort werde ich in zweieinhalb Jahren auch erstmal mein Abitur machen. Danach strebe ich ein Studium an. Ich bin an vielen Themenbereichen äußerst interessiert und könnte mir daher einige Studiengänge gut vorstellen. Bei der Auswahl des Studiums muss natürlich der Standort berücksichtigt werden, damit ich weiterhin vernünftige Trainingsbedingungen habe und im Sport weiterkomme. Momentan fokussiere ich mich jedoch noch vollkommen auf die Schule.

Welches sind deine sportlichen Pläne und Herausforderungen für 2022?

Nächstes Jahr wird der Fokus ähnlich wie in diesem Jahr auf den Deutschlandcups und den deutschen Meisterschaften liegen. Zudem möchte ich ein besseres Gespür für meine Belastungsgrenze entwickeln, um im richtigen Moment eine Pause zu machen und so dauerhaft gute Leistungen zu bringen. Neben den Deutschlandcups und der DM werde ich auch für den VFL Wolfsburg in der 2. Bundesliga starten. Außerdem sind gerade gegen Ende der Saison ein paar Spaß-Wettkämpfe geplant.

Wo möchtest du als Triathlet hin? Was ist dein größtes Ziel?

Tatsächlich habe ich mir darüber noch nicht viele Gedanken gemacht. Nicht zuletzt deswegen, weil meine Entwicklung verhältnismäßig schnell vorangeschritten ist. Mir ist es wichtig, dass ich den Leistungssport weiterhin mit Freude ausüben kann und in den nächsten Jahren immer das maximale Potenzial aus meinem Körper heraushole. Ich denke, dass sich der weitere Weg dann von allein zeigen wird.

Gibt es auch „Schwächen“, mit denen du haderst, individuelle oder von außen?

Die größte „Schwäche“, die von außen aktuell kommt, sind die Trainingsbedingungen in diesem Winter. Unser Hallenbad wird umgebaut und voraussichtlich diesen Winter nicht mehr fertiggestellt. Bis Weihnachten ist das Freibad noch geöffnet, was das Schwimmtraining rettet. Doch in den Monaten Januar bis April werde ich wahrscheinlich keine nahegelegene Schwimmmöglichkeit haben. Das wird das Training deutlich schwieriger machen und für einen noch größeren Aufwand sorgen.

Wie hast du die Corona-Pandemie trainingstechnisch überstanden?

Corona hat gerade im letzten Winter mein Training stark verändert. Teilweise konnte ich zwar nur in Hannover am Olympiastützpunkt schwimmen, was immer sehr aufwändig war. Doch kann ich im Großen und Ganzen sagen, dass ich Pandemie- und Homeschooling-bedingt mehr Zeit fürs Training hatte. Und dadurch habe ich mich trotzdem sehr gut weiterentwickelt.

Wer unterstützte und unterstützt dich am meisten, wem möchtest du Danke sagen?

Wie schon gesagt, wohne ich sehr ländlich und kann daher oftmals nicht einfach mit dem Fahrrad oder gar zu Fuß zum Training gelangen. Hier unterstützen mich meine Eltern schon von Beginn an, indem sie mich mehrmals pro Woche zum Training bringen. Ohne diese Hilfe könnte ich den Sport in diesen Umfängen definitiv nicht ausüben! Seit Sommer letzten Jahres trainiere ich bei Felipe Rayo, dem Landestrainer von Niedersachsen, und konnte seitdem meine Leistung dank des individuellen Trainings enorm verbessern. Auch Andre Albrecht, der zusammen mit Felipe Rayo auch während der Corona-Zeit das Stützpunkttraining geleitet hat, hat einen großen Einfluss auf meine sportliche Entwicklung. Es ist einfach ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man kompetente Trainer auf seiner Seite hat, die auch in schwierigen Situationen für einen da sind. Daher möchte ich mich sowohl bei meinen Eltern als auch bei den Trainern herzlichst bedanken, ohne diese Personen wäre der Leistungssport nicht das, was er jetzt ist.

 

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