Familientriathlon Weltpremiere in Hornburg
01.06.2026 – Dr. Lutz Tantow
Familientriathlon
Weltpremiere in Hornburg
Kennt ihr das? Der Familienvater fährt am Wochenende zum Wettkampf und lässt Frau und Kind allein zurück. Oder sie kommen mit, stehen an der Strecke, feuern an, reichen Erfrischungen und schleppen ihr todmüdes Oberhaupt anschließend heim. Ähnlich bei den Frauen, dann muss der Hausmann ran, oder mit der Tochter, die von den Eltern zum Triathlon-Event gefahren und vor Ort vollumsorgt gecoacht wird. Das kostet Kraft. Warum sollte man nicht einmal alle Anstrengungen auf alle Anwesenden verteilen: Mutti schwimmt, das Kind radelt, Vater läuft. Oder noch besser: Die Familie startet gemeinsam auf die Strecke und jede bewältigte Runde von jedem startendem Familienmitglied zählt und trägt zum Gesamtergebnis bei, bis die erforderliche Gesamtdistanz zurückgelegt wurde.
Ende Mai hatte der erste Familientriathlon dieser Art Premiere im nördlich Harzvorland, in Hornburg Kreis Wolfenbüttel. 85 Personen im Alter von 3 bis 68 Jahren sammelten Meter und Kilometer. Bei welcher Sportveranstaltung gibt es das schon, dass der Altersunterschied der „Athleten“ 65 Jahre beträgt! Und jede kann auf ihre Facon glücklich werden: Während die Enkelin im Nichtschwimmerbereich quer durchs Becken rudert, ziehen Mutti und Oma locker ihre Bahnen. Pappi schwimmt gar nicht, der muss gleich auf dem Rad alles geben. Nach jeder Disziplin gibt es eine selbstbestimmte Pause, bevor die Familie innerhalb der Veranstaltungszeit in der nächsten Triathlondisziplin auf die Rundenjagd geht. Gemeinsamkeit im sportlichen Erleben steht im Mittelpunkt, die Groß und Klein in einem niederschwelligen, fröhlichen Rahmen verbindet.
„Bewegung schafft Freude, stärkt den Familienzusammenhalt und führt zu nachhaltigen Routinen im Alltag“, ist Christian Schlums überzeugt. Im Triathlonverband Niedersachsen (TVN) ist er für das bereits seit Jahrzehnten erfolgreiche Projekt TRImaS zuständig: Triathlon macht Schule. „Die Teilnahme an einem Familientriathlon stärkt das gegenseitige Verständnis, baut Hemmschwellen ab und motiviert in der Vorbereitung zu regelmäßigem Training.“ Er hat sich dieses neue Format für die Schülerinnen und Schüler schon vor Jahren ausgedacht und nun auf Familien übertragen. „Mir ist nicht bekannt, dass es das schon irgendwo einmal gegeben hat. Insofern würde ich Hornburg als Weltpremiere bezeichnen.“
Text und Fotos: Dr. Lutz Tantow