Sport sollte ein sicherer Ort für alle sein Katja Pfennig im Gespräch, die neue TVN-Gleichstellungsbeauftragte
16.03.2026 – Dr. Lutz Tantow / Katja Pfennig
Katja Pfennig im Gespräch, die neue TVN-Gleichstellungsbeauftragte
1. Was ist für dich das Faszinierende am Triathlon?
Seit ich vier Jahre alt bin, ist der Sport ein wichtiger Begleiter in meinem Leben. Da war es einfach eine Frage der Zeit, dass ich vor 2,5 Jahren zum Triathlon gekommen bin. Für mich hat sich, innerhalb von sehr kurzer Zeit, nicht nur eine neue Leidenschaft entwickelt, sondern der Triathlon und seine Vereinsarbeit mit all diesen tollen Menschen, wurde für mich auch eine neue Herzensangelegenheit. Mich begeistert besonders, dass Triathlon so vielfältig ist: unterschiedliche Altersgruppen, Leistungsniveaus und Persönlichkeiten kommen zusammen. Sport verbindet Menschen und lässt sie in jeglicher Hinsicht ,,wachsen“ – und genau das macht den Sport für mich so wertvoll.
2. Welchen persönlichen Zugang hast du und b) zum Thema?
Für mich ist Sport ein ,,Safe Space“ und genau deswegen stehe ich gerne für das Thema ,,Schutz vor sexualisierter Gewalt und im Kinder- und Jugendarbeit/Gleichstellung“ ein. Es ist es mir ein großes Anliegen, dass Sport ein sicherer Ort für alle ist – insbesondere für Kinder, Jugendliche und Menschen, die sich in Abhängigkeitsverhältnissen befinden. Verantwortung im Sport trägt jeder von uns und hört für mich nicht bei Trainingsplänen oder Wettkämpfen auf.
3. Wo liegen die drei wichtigsten Problemfelder, die du angehen möchtest?
Ein zentrales Problemfeld ist aus meiner Sicht die fehlende Sensibilisierung – viele Unsicherheiten entstehen nicht aus bösem Willen, sondern aus Unwissen.
Zweitens sehe ich Nachholbedarf bei klaren Strukturen und Zuständigkeiten, insbesondere auf Vereins- und Verbandsebene, und dass diese auch allen bekannt sind und/oder ausreichend bekannt gemacht werden.
Und drittens ist Gleichstellung noch nicht überall selbstverständlich mitgedacht.
4. Hast du schon Ideen, wie du die Lösungswege bestreiten möchtest?
Mir ist wichtig, pragmatisch und gemeinsam vorzugehen. Dazu gehören Informations- und Sensibilisierungsangebote, klare Leitfäden sowie feste Ansprechpartner*innen. Gleichzeitig möchte ich den Austausch fördern: zuhören, Fragen ernst nehmen und Vereine dabei unterstützen, eigene Lösungen zu entwickeln – ohne Überforderung, aber mit klarer Haltung.
5. Welche Unterstützung brauchst du dafür von den Vereinen und vom Verband/Präsidium?
Von den Vereinen wünsche ich mir Offenheit, Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit dem Thema und den Mut, auch unbequeme Fragen zu stellen.
Vom Verband und Präsidium brauche ich Rückhalt, klare Positionierung und die strukturellen Rahmenbedingungen, um Themen wie Schutz und Gleichstellung langfristig und verbindlich zu verankern.
6. Kannst du in einem Satz dein „Kernziel“ als Gleichstellungsbeauftragte formulieren?
Mein Kernziel ist es, das Gleichstellung nicht nur ein starkes Wort darstellt sondern im Triathlon gelebt wird und wir den Triathlon dadurch zu einem sicheren, respektvollen und gleichberechtigten Sportumfeld für alle machen – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Rolle im System.
Das Gespräch führte Dr. Lutz Tantow
Foto: Katja Pfennig